Fachstelle Risikoanalyse

Eisenleger Baustelle

Neben dem paritätischen Vollzug der Gesamtarbeitsverträge ist Prävention eine weitere Möglichkeit, um gegen das Problem Lohndumping vorzugehen. Dies ermöglicht, Lohndumping schon frühzeitig zu verhindern, etwa bei der Auftragsvergabe. So wird dafür gesorgt, dass nur Firmen zum Zug kommen, die sich auch an die geltenden Gesamtarbeitsverträge halten.

Genau dies tut die Fachstelle Risikoanalyse. Sie überprüft, im Auftrag von Bauherren und Generalunternehmern (GU), vor einer Auftragsvergabe die möglichen Auftragnehmer auf das Risiko von Lohndumping. Dies geschieht anhand von Informationen der Unternehmen, der paritätischen Kommissionen und der Gewerkschaften. Dabei werden auch der Einsatz von Subunternehmerketten, aber auch Konkursverfahren, Unregelmässigkeiten bei den Sozialversicherungen usw. in die Beurteilung einbezogen.

Die Resultate werden nach dem Ampelprinzip zusammengefasst. Ist die bisherige Geschäftstätigkeit eines Unternehmens einwandfrei, steht die Ampel auf Grün. Bei erhöhtem Risiko aufgrund punktueller Unregelmässigkeiten in der Vergangenheit zeigt die Ampel Gelb, bei systematischen Verfehlungen Rot.

Rechtsgutachten Homburger: Keine Verletzung der Sozialpartnerschaft

Leider lehnt der Schweizerische Baumeisterverband die Prävention gegen Lohndumping in Form der Risikoanalyse ab. Die Baumeister versteifen sich sogar auf die Behauptung, die Risikoanalyse verletzt den GAV und verstosse gegen geltendes Recht. Aus diesem Grund hat die Gewerkschaft Unia von der Wirtschaftskanzlei Homburger ein Gutachten zur Rechtmässigkeit der Risikoanalyse erstellen lassen.

Homburger kommt zum Schluss, dass die Risikoanalyse in keinerlei Hinsicht gegen gesamtarbeitsvertragliche oder gesetzliche Bestimmungen verstösst Das ganze Gutachten finden sie hier.